Le coin des invités

Le Fou numérique

 

Site search Web search

powered by FreeFind

Traduction de Patrick Buchmann

Meine Anticomputerschach Strategien

Kapitel 1. Das Trojaneropfer!

Als Grundlage hier zuerst eine Beispielpartie die ich auf P600 und Blitz 25 Minuten gegen Crafty 17.11 gespielt habe: 

[Event "Blitz 30’"]
[Date "2000"]
[White "Nemeth,E"]
[Black "Crafty 17.11"]
[Result "1-0"]

1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 d5 4.Bg5 Be7 5.e3 0-0 6.Rc1 h6 7.h4 dxc4 8.Nh3 hxg5 9.hxg5 Nd5 10.Qh5 f5 11.g6 Nf6 12.Qh4 Qxd4 13.exd4 Rd8 14.Ng5 1-0

Die Voraussetzungen für ein Opfer auf g5 (hier Lg5) sind u.a. folgende: 

Schwarz muss die kleine Rochade bereits ausgeführt haben. 

Die weiße Dame sollte möglichst a Tempo nach Rückzug des schwarzen Springers nach h5 gelangen. (Als Eröffnung eignet sich hierzu am besten das Abgelehnte Damengambit).
Betrachten wir hierzu die Stellung nach Zug 5:


5...Fe7

Was fällt auf? 

1. Schwarz hat bereits rochiert. 
2. Die schwarzen Leichtfiguren stehen auf e7 und auf f6. 
3. Weiß hat noch nicht rochiert. 
4. Der weiße Königsspringer steht noch auf dem Ausgangsfeld g1.
5. Der weiße Damenspringer steht auf c3 und verhindert damit ein Läuferschach auf b4, was dem sK einen Fluchtweg über e7 ermöglichen würde. 

Diese Konstellation ist für ein Trojaneropfer nun ideal. Besser kann es nicht kommen! 

Sollte das Läuferopfer auf g5 genommen werden, so ist der schwarze Springer direkt bedroht, und da Schachprogramme für eine erworbene Figur erst einmal einen Bewertungs-Bonus bekommen, ist es wahrscheinlich dass Schwarz den Springer nicht zurückgeben wird. Der sL auf e7 steht in diesem Fall dann sehr ungünstig, da er eine Fluchtmöglichkeit für den eigenen König versperrt! 
Nach einem Rückzug des Springers kommt forciert die wD nach h5! Wäre nämlich Schwarz noch mal am Zug, würde der weiße Plan mittels g7-g6 vereitelt werden. Dieser sofortige Damenzug ist für Weiß aber nur dann möglich, wenn sein eigener Springer ihm den Weg nicht versperrt ...also am besten vorerst auf dem Ausgangsfeld bleibt! Ebenso wichtig ist, dass der weiße e-Bauer schon gezogen hat, ab besten e2-e3. Auch auf die Rochade sollte Weiß verzichten, weil der h-Turm benötigt wird. 

Wie in der Beispielpartie zu sehen ist spielte Schwarz 6...h7-h6!? 

An sich kein schlechter Zug, aber vielen Programmen wurde dieser Zug schon zum Verhängnis. Ich glaube, dass die Programme gerne h7-h6 spielen, weil dieser Zug ebenfalls einen Bonus bekommt. Erstens wird eine gegnerische Figur angegriffen, und zweitens wird dem eigenen König eine evtl. Fluchtmöglichkeit gegeben. Die Bauernkonstellation Bf7, g7, h6 bewerten viele Programme offenbar positiver als Bf7, g7, h7. 

Beobachten wir nun den weiteren Spielverlauf: 

6. Tc1! Diesen Zug spielte ich sozusagen als einen passiven Abwartezug! Jetzt ist Schwarz wieder an der Reihe, und ich hoffte, dass irgendwann h7-h6 kommt! Solch ein abwartender Zug muss nicht immer Tc1 sein. Es könnte auch evtl. a2-a3 gut sein. Von aktiven Zügen wie Ld3 ist hingegen abzuraten, da solch ein Zug für Schwarz eine Bedrohung darstellt (Linie d3-h7) und, wonach ein Programm zu leicht einen Mattangriff durchschauen würde! 

6...h6. Endlich! 7.h4! 

Selbst wenn in der Folge Schwarz nun den wL schlägt so ist die schwarze Stellung nicht ganz verloren. Schwarz müsste allerdings die Qualität zurückgeben. Aber....Computer und Qualität zurückgeben? Hier können wir uns getrost darauf verlassen dass ein Computer niemals die Qualität zurückgeben wird, es sei denn es wird erkannt dass ein Matt droht oder es unumgänglich wird. Vorher wird kein Programm die Qualität zurückgeben. Denn, innerhalb des Berechnungshorizontes eines Programms wird die Rpckgabe der Qualität vermutlich(?) als letztes berücksichtigt. Vielleicht ein gewichtiger Grund warum viele Programme auf den Trojaner hereinfallen. 

Fakt ist: solange kein Matt erkannt wird, hält das Programm an der erworbenen Qualität fest! 7...dxc4 Nanu - warum nun das? Es ist einfach: das Programm hat erkannt dass es nach hxg5 die Qualität zurückgegeben muss, um das Matt zu verhindern. Die in der Folge mögliche Stellung wird offenbar negativer bewertet als das Nehmen des weißen Bauern auf c4! 8.Sh3! 

Dies ist ein raffinierter Zug ! 

Viele Programme nehmen nun doch das Opfer auf g5 an, da sie nicht erkennen, dass Matt droht. Die drohende Gefahr eines Matts wird durch den weißen Springerzug hinter den Berechnungshorizont des Programms geschoben. 

Warum? 

8...hxg5 9.hxg5! Sd5? 

Das Programm hat also (wie bereits erwähnt) an der Qualität festgehalten, obwohl die Partie nun bereits verloren ist. Der Grund: wenn Weiß Dh5 spielt so kann die Dame aus der Sicht des Programms zunächst bedroht und vertrieben werden, entweder durch g7-g6 oder wie in der Partie mit Sf6. In beiden Fällen wird also die Dame angegriffen, und sie muss sich zunächst verziehen, außerdem steht der wSpringer auf h3 scheinbar ungünstig. 

Um ein Matt zu drohen muss Weiß also nach Dh5 zunächst zwei weitere Halbzüge ausführen. Das drohende Matt wird so schlichtweg bei vielen Programmen nicht erkannt, weil die Drohung durch die zwei weißen Halbzüge außerhalb des Berechnungshorizontes des Programms geschoben wird, wie schon erwähnt. 10.Dh5! 


Jetzt fängt es bei vielen Programmen an zu dämmern. Oft, auch plötzlich werden die Drohungen erkannt, aber alles Rechnen nützt nun nichts mehr! Tja. 
Der einzige Ausweg, das Matt hinaus zu zögern ist nun die Hergabe von viel Material wie in unserer Musterpartie! Bei manchen Programmen ging nicht einmal das mehr! 

Hier möchte ich unbedingt erwähnen dass Crafty eine Option mit Trojan Check besitzt. Schaltet man diese Option ein, so verschmäht Crafty (zurecht) das Opfer auf g5!

Selbst auf auf Turnierstufe ließt sich manches Programm mit dem Trojaner knacken – z.B. Shredder 5. Bei Fritz funktionierte es ebenfalls - allerdings muss man da noch etwas raffinierter vorgehen!

Ein Studieren der Spielweise der Programme ist daher unumgänglich! Ich selbst spiele oft viele Trainingspartien um die jeweiligen Stärken und Schwächen der Programme auszukundschaften. 

Hier noch ein typischer Trojanersieg den ich dem interessierten Leser nicht vorenthalten möchte :

[Event "120'/40+60'/20"]
[Site "?"]
[Date "2000"]
[Round "?"]
[White "Nemeth,E"]
[Black "Shredder 5, P600"]
[ECO "D53"]
[Result "1-0"]

1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. Bg5 Be7 4. Nc3 d5 5. e3 O-O 6. h4 h6 7. Nh3 hxg5 8. hxg5 Nfd7 9. Qh5 Ne5 10. Nf4 f6 11. g6 Nxg6 12. Qh7+ Kf7 13. Qxg6+ Kg8 14. Rh7 Rf7 15. Qh5 g6 16. Qxg6+ Kf8 17. Qxf7# 1-0


Kapitel 2. Nur Übung macht den Meister!


Im ersten Kapitel habe ich bereits angedeutet wie man PC-Programme mit einer ausgefuchsten Anticomputertechnik bezwingen kann. Diese Techniken muss man allerdings auch üben. Der Weg geht also nur über die Spielpraxis. Diesen Weg kann man leider nicht umgehen.

Mit meinen Beiträgen bezwecke ich daher, einige Impulse dahin zu vermitteln !
Mit anderen Worten: Der Mensch sollte verstehen lernen was die Programme nicht verstehen - weil er die potentielle Fähigkeit dazu besitzt - und durch praktisches Üben kann es ihm gelingen, dieses Wissen in die Tat umzusetzen. 

Die meisten Schachprogramme entgegnen auf den weissen Zug 1.e2-e4 meist mit 1...c7-c5 und mit 
1...e7-e5. 

Wir scheuen uns aber nicht (wir haben Mut), und spielen 1.e2-e4!

Die folgenden praktischen Beispiele sollen zeigen wie man auf 1...c7-c5 gegen die heutigen Spitzenprogramme bestehen kann. Ich habe die Partien für den interessierten Leser ausführlich kommentiert, kommen wir also gleich zur Tat über! Unsere Waffe gegen 1...c7-c5 soll der Geschlossene Sizilianer werden. Wir verzichten hierbei auf den Zug d2-d4 und halten die Stellung solange geschlossen wieweit dies möglich ist ( Auf die Entgegnung 1...e7-e5 möchte ich beim nächsten Mal eingehen ). Ich wählte - uns zur Übung - 30 Min. Partien, da ich aus eigener Erfahrung weiss dass die meisten Schachspieler (auch in den Clubs) gegen Programme kaum auf Turnierstufe spielen. 

Der Weltmeister 2000 wurde wieder einmal das Programm Shredder. Einmal mehr also ein Grund dafür, dieses Programm mit der „eingeübten Waffe“ auf die Probe zu stellen.

Nemeth,E - Shredder 5 [B20]
Blitz30' P600, 64Mb hash, 2001
[Nemeth,E]

1.e4 c5 2.d3 d5 eine aggressive Fortsetzung. 3.Sc3 Shredder5 ist nun aus dem Buch und rechnet. Weiss will mit dem Springerzug den Zug d5-d4 provozieren. Das Programm Fritz nennt das „gewinnt Raum" (in der automatischen Partieanalyse bei Fritz5 mit sprachlicher Kommentierung enthalten). 3...d4 Shredder5 gewinnt nun tatsächlich Raum. 4.Sce2 Sc6 5.b3 ein passiver Abwartezug. Die PC-Programme, wenn sie einmal aus der Eröffnung geflogen sind, haben von weitreichenden Plänen keine Ahnung, also erstmal sehen was sich nun tut. Zudem verhindert dieser Zug den Vorstoß c5-c4! 5...Sf6 6.Sg3 e6 schwarz hat sich schablonisch aufgebaut. Die beiden sSpringer stehen auf ihren normal günstigsten Feldern. 7.Lg5 da schwarz schon einige Bauernzüge gemacht hat, hatte ich gegen h7-h6 nichts einzuwenden. 7...h6 8.Ld2 dieser Rückzug ist nicht tragisch. Alle Bauern sind noch auf dem Brett, und die Spannung im Zentrum ist nicht mehr gross. 8...b6 9.h4 Ld6 10.f4 Mein Plan: falls irgendwann e6-e5 kommt so spiele ich f4-f5, und auf f7-f5 kommt e4-e5, womit das Zentrum wieder blockiert wäre! 10...e5 11.f5 0–0 12.Lg5 der Läufer ist schlecht zu nehmen, fesselt aber den sSpringer auf f6 und verhindert eine Aktivität der sDame! 12...Ld7 13.Sh3! Bereitet eine Trojanerfalle vor, aber nicht nur! Der Springer kann über f2 nach g4 gelangen. 13...hxg5 14.hxg5 Sxe4? Was ist mit Shredder los, Panik? Besser war Sh7, oder den Springer zurückgeben! Der interessierte Leser sollte die Stellung vor diesem Zug Shredder5 im Analysemodus etwa 10 Min. lang vorlegen und auf die Schwankungen der Bewertung und Hauptvarianten achten. Shredder5 war völlig verwirrt. 15.dxe4 b5 16.Dh5 Da5+ 17.Kd1 g6 18.Dh6 hier erkennt Shredder5 schon das kommende Matt. Nun doch wieder ein Trojaner-Sieg, aber wenn schwarz das Opfer nicht angenommen hätte, so wäre ich mit meiner Stellung auch zufrieden gewesen! 18...Dc3 19.Sf2 Dxa1+ 20.Ke2 d3+ 21.Kd2 Dc3+ 22.Kxc3 b4+ 23.Kb2 Lxf5 24.Dh8 Matt.

Nemeth,E - Shredder 5 [B20]
Blitz30' P600, 64Mb hash, 2001
[Nemeth,E]

Gleich nach der vorherigen, legte ich diese Partie nach. Ein grosser Schluck Coca Cola, und es ging wieder von vorne los. Da es sich ja um Musterpartien gegen Sizilianisch nach 1.e2-e4 c7-c5 handelt, habe ich die Lernfunktion im Shredder-Buch deaktiviert, damit wieder sizilianisch gespielt wird (andere Eröffnungen will ich ein anderes Mal aufgreifen). In der folgenden Partie wollte ich nicht angreifen, also passiv spielen. Es sollte eine lange Partie werden. 

1.e4 c5 2.d3 wie vorhin. 2...Sf6 Shredder5 wählt nun einen andere Fortsetzung. 3.Sc3 d6 4.g3 Sc6 5.Ld2 Warum wieder dieser Zug? Nun: auf Db6 plante ich Dc1, dasselbe auf d6-d5. Das Feld d1 sollte auch für einen Rückzug des Springers dienen. 5...Lg4 6.f3 Ld7 7.Lg2 e6 diesmal spielt Shredder5 zunächst passiver. 8.Sge2 Le7 9.0–0 0–0 10.Dc1! Hier steht die wDame ausgezeichnet, wenn man solche Varianten gegen PC-Programme spielt! 10...d5 11.b3 d4 wieder der schon gewohnte Raumgewinn aus Sicht des Programms. 12.Sd1 Ein gutes Feld für den Springer. Er kann nun sowohl nach f2 als auch nach g2 gelangen. 12...Dc7 13.f4! die Bauern auf e4 und f4 stehen so sehr gut da. Man kann sowohl angreifen (halboffene f-Linie) oder mittels f5 oder e5 das Zentrum blockieren! 13...e5 14.f5 Dd6 15.Sb2 b5 16.a4 die Absicht: es sollte der Zug b5-b4 provoziert werden, worauf der Damenflügel blockiert und schwarz zu passivem Spiel verurteilt gewesen wäre. Wenn schwarz auf a4 den Bauern tauscht, so bleibt ihm ein vereinzelter zurück (auf a7). 16...a6! Ja so macht man es richtig! 17.h3 Tfc8 18.Kh2 Se8 19.De1 f6 20.Tc1 Sb4 21.g4 Ld8 22.Dh4 Sc6 23.Tg1 De7 24.Lf3 Df7 25.De1 Bei diesem Zug biss ich mir auf die Zunge. Normal muss weiss Gegenspiel am Königsfluegel suchen, mittels g4-g5 z.B., aber ich wollte es dieses Mal nicht tun. Schwarz seinerseits muss zu c5-c4 kommen sonst erreicht er nichts! 25...Sd6 26.Dh4 Lc7 27.Tb1 De7 28.g5 Was sonst nun? 28...Ld8 29.g6 Mit diesem Zug entschied ich mich dafür den Königsflügel zu blockieren. Absicht: schau mal ob es Shredder 5 gelingen wird seinen Vorteil am Damenflügel zu nutzen! 29...h6 30.axb5 axb5 31.Ta1 La5 32.Lxa5 Sxa5 33.De1 Sc6 34.Dd2 Sb7 35.Tgb1 Sba5 36.h4 Ta6 37.h5 Tca8 38.Dd1 Sb4 39.Kg1 Lc8 40.Ta3 Sac6 41.Txa6 Txa6 42.Ta1 Txa1 43.Dxa1 Sxc2 44.Da8?! Shredder hatte es tatsächlich geschafft, einen Vorteil am Damenflügel zu erringen. Ich wollte nun nicht passiv agieren, und opferte einen Bauern um aktiv zu bleiben. 44...Dd7 45.Sc1 Dc7 46.Kf2 Sd8 47.Ld1 Lb7 48.Da2 Sb4 49.Da1 Sdc6 50.Ke2 Sb8 51.Kd2 Kh8 52.Le2 S8a6 53.Lf3 Sc6 54.Le2 Dd6 55.Lf3 Sab8 56.Le2 Sd7 57.Lf3 Dc7 58.Le2 Kg8 59.Lf3 Sdb8 60.Le2 Sa6 61.Lf3 Sab4 62.Le2 Sd8 63.Lf3 Kh8 64.Le2 Db6 65.Lf3 Sdc6 66.Le2 Sa5 67.Lf3 Dd8 68.Lg2 Sac6 69.Lf3 Dc7 70.Lg2 Kg8 71.Lf3 Kf8 72.Lg2 Se7 73.Lf1 Sc8 74.Lg2 Sd6 75.Lf1 Kg8 76.Le2 Db6 77.Lf1 Dd8 78.Le2 Dc7 79.Lf1 Kh8 80.Le2 Was ist mit Shredder los? Seit vielen Zügen bewertet er die Stellung mit ca. +2,80 Bauern für sich, kommt aber nicht voran. 80...Db6 81.Lf1 Dd8 82.Le2 Dc7 83.Lf1 Sc8 84.Le2 Se7 85.Lf1 Db6 86.Le2 Kg8 87.Lf1 Sec6 88.Le2 Sb8 89.Lf1 Sd7 90.Le2 Sc6 91.Lf1 La6 92.Le2 Kf8 93.Lf1 b4? oh, das war nicht gut. 94.Le2 Sa5 95.Lf1 Lb5 96.Le2 Ke7 97.Lf1 La6 98.Le2 Ke8 99.Lf1 Kf8 100.Le2 Dc7 101.Lf1 Lb7 102.Le2 Db6 103.Lf1 Lc6 104.Le2 Lb5 105.Lf1 Kg8 106.Le2 Dc7 107.Lf1 Kh8 108.Le2 La6 109.Sc4 Sxc4+ 110.bxc4 Lb7 111.Sb3 Dc8 112.Da5 La6 113.Ld1 Lb7 114.Lc2 Kg8 115.Sc1 Sb8 116.Lb3 Sa6 117.Kc2 Kf8 118.Kb2 Ke7 119.La4 Lc6 120.Sb3 Das Spiel kippt nun langsam zugunsten von weiss. Shredder zeigt plötzlich eine Bewertung von 0.00 an. Ein Bewertungssturz von 2,80 Bauerneinheiten! Übriggebliebene Zeit: Shredder5: eine knappe Minute, ich etwa 6 Minuten. 120...Lxa4 121.Dxa4 Kf8 122.Da5 Kg8 123.Kc2 Kh8 124.Kb1 Kg8 125.Kb2 Kf8 126.Kc2 Kg8 127.Kb2 Kf8 128.Db5 Kg8 129.Db6 Da8 130.De6+ Shredder hat nur noch 22 Sek. übrig, ich noch ca. 5 Min. 130...Kh8 131.Db6 Kg8 132.Da5 Dc8 133.Db6 Da8 Remis.

Shredder 5 reklamiert dreifache Zugwiederholung. 

Fazit: Shredder5 konnte seinen Vorteil nicht in einen Sieg ummünzen, gegen ein anderes Programm hätte das vielleicht sogar geklappt, aber gegen einen Menschen ist das in solchen Stellungen – wie man gesehen hat – schwieriger! 
Die folgende Partie zeigt wieder, wie man im geschlossenen Sizilianer ganz leicht auf einen Trojaner ohne Risiko setzten kann (also für den Fall dass das Opfer nicht angenommen wird), vorausgesetzt man hat sich eingeübt – denn Übung macht den Meister (ich wiederhole das hier noch einmal)!

Nemeth,E - Shredder 5 [B23]
Blitz30' , P600, 64Mb hash, 2001
[Nemeth,E]

1.e4 c5 2.Sc3 e6 3.d3 d5 4.Ld2 Sc6 5.g3 Sf6 6.Lg2 Le7 7.h4 0–0 8.Lg5 h6 9.Sh3 d4 10.Sb1 hxg5 11.hxg5 Sh7 12.Dh5 f5 13.g6 Sf6 14.Dh4 Da5+ 15.Kd1 Se5 16.Sf4 Sxg6 17.Sxg6 Dc7 18.e5 Kf7 19.exf6 Lxf6 

20.Dh5 Shredder5 ist auf Trojaneropfer leider sehr anfällig. Schaffte ich schon im Damengambit ein Matt in 17 auf Turnierstufe, so möchte ich hier zeigen dass Ähnliches im geschlossenen Sizilianer auch möglich ist. Diese Partie zeigt dass solche Abspiele gegen manche Programme keine Eintagsfliegen sind. 1–0

Deep Shredder (läuft auch auf einem Single PC!) hat mich vor wenigen Tagen sehr positiv überrascht!

Weltmeister Stefan Meyer-Kahlen hat nach eigener Aussage, in einem Internet-Forum gesagt dass er in Deep Shredder einige Verbesserungen zum Spiel gegen Menschen implementiert hat. Ich habe mich davon sofort überzeugen können! Fazit: Deep Shredder lehnt nun Trojaneropfer ab!

Hier der Beweis (aus einer Diskussion am 25.03.01):

Hallo Stefan!
Ich habe einen P600 Single.
Soll ich Deep Shredder nehmen oder S5 - Was meinst Du?
Grüsse, Eduard.
Nimm Deep Shredder, und probiere dann mal Deinen klassischen Trojaner :-)
Stefan.
Gesagt getan Stefan!

Damengambit nach Sh3, DS mit 128 MB hash:

FEN: 
rnbq1rk1/ppp1bpp1/4pn1p/3p2B1/2PP3P/2N1P2N/PP3PP1/R2QKB1R b KQ - 0 7


11.02 1:29 +0.39 7...c5 8.dxc5 Sc6 9.Le2 d4 10.exd4 Sxd4 11.O-O Lxc5 12.Le3 e5 (10.091.788) 112.4
12.01 2:09 +0.35 7...c5 8.dxc5 Sc6 9.Le2 d4 10.exd4 Sxd4 11.O-O Lxc5 12.Le3 b6 13.Ld3 (14.575.079) 112.6
13.01 5:11 +0.28 7...c5 8.cxd5 exd5 9.dxc5 Sc6 10.Db3 d4 11.O-O-O Lxc5 12.Db5 Lb6 13.Kb1 Ld7 (35.151.482) 113.0
Ich habe die Tiefe 13 noch duchlaufen lassen, und DS blieb hier bei "c5"!
Das hast Du prima gemacht Stefan, ich freue mich. Bingo!!! Stefan.

Der Vizeweltmeister 2000 wurde Fritz! Für mich daher ein Grund, auch dieses Programm mit dem geschlossenen Sizilianer auf dessen Fähigkeiten zu testen. Die neueste Fritz6-Version nennt man Fritz 6b und die Engine datiert vom 16.12.2000.


Nemeth,E - Fritz 6b [B20]
Blitz30', P600, 64Mb hash, 2001
[Nemeth,E]

1.e4 c5 2.d3 Sc6 3.Ld2 Fritz 6b ist nun aus dem Buch und muss selbst rechnen. Das hat u.a. folgende Vorteile: Fritz kann sich die Zeit schlechter einteilen, als wenn eine längere Buchvariante gespielt worden wäre. Er hat nun viele Antwortmöglichkeiten, und somit die Qual der Wahl. Da Programme nur kurzfristige Pläne schmieden können, werden sie rasche Figurenentwicklungen vorziehen, wobei Fritz nach aggressiven Fortsetzungen suchen wird. Da sich in der gewählten Eröffnung die Bauern aber oft sehr lange auf dem Brett befinden, ist das kein leichtes Unterfangen für ein PC-Programm. 3...e6 4.b3 d5 5.Sc3 d4 Und wieder der sogenannte Raumvorteil aus Sicht des Programms. Zur Erinnerung: Die Nachteile liegen auf der Hand. Die Spannung im Zentrum wird aufgehoben, und man kann nun davon ausgehen dass viele Bauern lange auf dem Brett bleiben werden. Das sind für Programme keine idealen Voraussetzungen. Kurzum: es gibt so schnell nichts zum Beissen! 6.Sa4 Sf6 7.g3 Ld6 8.h4 0–0 9.Lg2 e5 10.Lh3! weiss will seinen schlechten Läufer tauschen. 10...Te8!? Was sucht der Turm hier? In meinen Augen ein typischer Computerzug. 11.Lxc8 Txc8 12.Lg5 Te6 13.Kf1?! den König kann man in geschlossenen Stellungen - vor allem wenn es gegen PC-Programme geht - auch künstlich in Sicherheit bringen. Zudem steht der wTurm auf h1 ideal für einen Angriff. Schachprogramme verstehen sowas einfach nicht. 13...Tb8 14.Sh3 b5 15.Sb2 Le7 16.a4 a6 17.Kg2 Ta8 schwarz sucht Gegenspiel am Damenflügel. Die einzige Chance bei dieser Bauernkonstellation besteht aber im Vorstoss des sBauern c5-c4. 18.De2 h6 19.Th2 Falls der wLäufer auf g5 genommen wird hat weiss einen starken Angriff auf der h-Linie, diesmal sogar mit Turmverdoppelung! 19...hxg5 20.hxg5 De8 21.Tah1 Dieser weisse Angriff nun lag vor einigen Zügen außerhalb des Berechnungshorizontes des Programms. Ein Mensch würde so etwas auf einen Blick (lange im Voraus) erkennen! 21...Sh7 22.f4 g6 23.Sf2 Sf8 24.Th8+ Kg7 25.Dg4 schwarz ist schon verloren. 25...Lxg5 26.fxg5 Dd8 27.Dh4 Dxg5? 28.Dxg5 1–0


Nemeth,E - Fritz 6b [B20]
Blitz:30', P600, 64Mb hash, 2001
[Nemeth,E]

Ich kann mich daran erinnern dass jemand im Internet während des Paderborner Turniers 2001 meinte: „gegen Fritz am Besten 1.e4 spielen und danach 2. a3". Auch wenn die folgende Partie Remis endete so war mir das einen Versuch wert, es einmal gegen Fritz (auch im Sizilianer) zu testen. 1.e4 c5 2.a3 e6 3.d3 Fritz 6b war hier aus dem Buch. 3...d5 4.Sc3 d4 5.Sb1 Das übliche Spielchen. 5...Sc6 6.b3 Ld6 7.h3 Sf6 8.g3 0–0 9.a4 Lc7 10.Sa3 Sd7 11.f4 La5+ 12.Ld2 e5 13.f5 Dieser Vorstoss ist nun hoffentlich bekannt 13...Lxd2+ 14.Dxd2 Df6 15.h4 b6 16.Sf3 De7 17.Lg2 Lb7 18.Dg5 Sf6 19.h5 h6 20.Dh4 Tfe8 21.g4 Sh7 22.Kd2 f6 23.Df2 a6 24.Thb1 Sg5 25.Sxg5 fxg5 26.De1 Tab8 27.Lf1 Df6 28.Dg3 La8 29.Sc4 b5 30.axb5 axb5 31.Sa5 Sxa5 32.Txa5 Tf8 33.Tba1 Lc6 34.De1 Ta8 35.Txa8 Lxa8 36.Ta7 Lc6 37.Da1 So leicht erreicht man im geschlossenen Sizilianer zumindest eine Remisstellung! 37...Tf7 38.Txf7 Dxf7 39.Da5 De7 40.Db6 Dd6 41.Ke1 Kh7 42.Lg2 b4 43.Lf1 Kg8 44.Kd2 Kf7 45.Da7+ Ld7 46.Db7 Kg8 47.Da8+ Kf7 48.Lg2 Dc7 49.Lf3 Lc6 50.Da6 Kf8 51.Ke2 Die Stellung ist Remis. Ein Geschiebe mit dem König genügt! 51...Lb7 52.Db5 Lc8 53.Da4 Kf7 54.Da8 Lb7 55.Da7 Kg8 56.Lg2 Kf8 57.Kd2 De7 58.Db6 Kf7 59.Dg6+ Kg8 60.Lf3 Df6 61.Dxf6 gxf6

Zwar sieht sich Fritz6b hier leicht im Vorteil (hat der Programmierer da etwa einen Bonus für den etwas besseren sL einprogrammiert?), die Stellung ist natürlich Remis. ½–½

Nemeth,E - Fritz 6b [B23]
Blitz30', P600, 64Mb hash, 2001
[Nemeth,E]

1.e4 c5 2.Sc3 Sc6 3.d3 g6 4.Ld2 Lg7 5.f4 d6 6.Sf3 Sf6 7.Le2 0–0 8.0–0 d5 9.Dc1 d4 10.Sd1 b6 11.Sf2 Lb7 12.a3 a6 13.Sh3 Lc8 14.Sf2 Sg4 15.Sxg4 Lxg4 16.h3 Lc8 17.De1 Dc7 18.Dh4 Dd6 19.g4 Ta7 20.e5 Dc7 21.Sg5 h6 22.Se4 Te8 23.Tf2 Dd7 24.Taf1 Dd5 25.Lf3 Da2 26.Lc1 Ld7 

27.b3 Eine witzige Stellung: Die sDame auf a2 ist gefangen (was sucht sie dort?), wobei weiss zudem einen massiven Angriff auf die schwarze Königsstellung besitzt! 27...Tc7 28.g5 h5 29.Ld1 Hier hätte nun auch das Opfer Lxh5 eingeschlagen! Aber ich musste wirklich so sehr lachen dass ich daher noch froh war, diese Partie gewonnen zu haben! 29...Lf5 30.Sg3 Lc8 31.f5 Sxe5 32.Lf4 Tc6 33.Te1 Db1 34.Tff1 Sxd3 35.cxd3 Dxd3 36.Lf3 Ld7 37.Ld5 e6 38.Tf3 Db5 39.Ld2 c4 40.fxg6 fxg6 41.Lxc4 Txc4 42.bxc4 Dxc4 43.De4 Dc6 44.Dxg6 Dxf3 45.Sxh5 Te7 46.Sf6+ Kf8 47.Sxd7+ Kg8 48.Sf6+ Kf8 49.Lf4 Dxf4 50.Sh5 Df5 51.Tf1 Dxf1+ 52.Kxf1 Le5 53.Ke2 Tf7 54.Dxe6 Te7 55.Df5+ Ke8 56.g6 1–0

Und noch ein weiteres Beispiel, wie man (nun geübt) gegen Programme spielen kann:

Nemeth,E - Fritz 6b [B23]

Blitz:30', P600, 64Mb hash, 2001
[Nemeth,E]

1.e4 c5 2.Sc3 Sc6 3.d3 g6 4.Ld2 Lg7 5.f4 d6 6.Sf3 Sf6 7.Le2 0–0 8.0–0 d5 9.Dc1 d4 10.Sd1 b6 11.a3 Lb7 12.Sf2 a6 13.b3 Tc8 14.De1 Dc7 15.Sh3 h6 16.Dh4 a5 17.a4 Sb4 18.Tac1 Tfd8 19.Tf2 Sa2 20.Tcf1 Sc3 21.g4 Sfxe4 22.dxe4 Sxe4!? 23.Ld3! Eine starke Antwort! Sxf2 24.Txf2 e6 25.f5 exf5 26.gxf5 g5 27.Shxg5 hxg5 28.Lxg5 c4 29.f6 cxd3 30.fxg7 f5 31.Dh8+ Kf7 32.Dh7 1–0


Dritter bei der WM 2000 in London wurde (Punktgleich mit Rebel-Century) das Programm ChessTiger! Ein Programm das auch in den gängigen Computerranglisten in der absoluten Spitze geführt wird – völlig zurecht! Unter der neuen Rebel Tiger2 Oberfläche befinden sich zwei Tiger Engines. Die taktisch schlagfertigere ist meiner Meinung nach die Gambit Tiger Engine. Ein Grund für mich also, auch dieses Programm mit meiner Anti-Sizilianisch-Waffe zu testen!

Nemeth,E - Gambit Tiger 1.0 [B23]
Blitz30' P600 , 48Mb hash, 2001
[Nemeth,E]

1.e4 c5 2.Sc3 Sc6 3.d3 d6 4.f4 g6 5.Sf3 a6 6.a4 Lg7 7.Le2 e6 8.0–0 d5 9.e5 Sge7 eine übliche Stellung im geschlossenen Sizilianer. 10.h3 ich plane Kh2 und evtl. g2-g4. 10...Sd4 11.Kh2 Ld7 12.Ld2 0–0 13.Tc1 Dc7 14.De1 Sxe2 da meine Dame nun das Feld d1 für den Läufer frei gemacht hat, entschliesst sich Tiger den Springer gegen den Läufer zu tauschen. 15.Dxe2 b5 16.Df2 b4 17.Se2 d4? das war nicht gut. Auf dieser Stufe verschmähte der Tiger mein Bauernopfer auf a4 (ich wollte dieses Risiko einfach eingehen um das zu testen). 18.b3! der Damenflügel ist nun dicht! 18...Lc6 19.Tce1 Tfd8 20.Sg3 Sd5 21.Se4 De7 22.Dh4 Dxh4 Gambit Tiger ist ein taktisch sehr starkes Programm. Ein Damentausch in solchen Stellungen ist gegen den Tiger die halbe Miete! 23.Sxh4 Lf8 24.g3 h6 25.Tf2 Ta7 26.Sf3 Tc7 27.h4 Kh7 28.g4 Le7 29.g5 Tb8 30.Kg3 h5

Jetzt geht auf dem Königsflügel auch nichts mehr. 31.Sf6+ Kh8 32.Sxd5 Lxd5 33.Lc1 Kg7 34.Sd2 Lc6 35.Se4 Kf8 36.Ld2 Td8 37.Sf6 Lxf6 38.exf6 Lb7 39.Te5 Td5 40.Tfe2 Td6 41.Te1 a5 42.Kf2 Ta6 43.T1e2 Tb6 44.Te1 Td6 45.Kg3 Ta6 46.Tg1 Ke8 47.Tge1 Kf8 48.Lc1 Ld5 49.Kf2 Ta8 50.Ld2 Tcc8 51.Kg3 Ta6 52.T1e2 Td6 53.Le1 Lb7 54.Ld2 Tcc6 55.Lc1 Tc7 

56.f5!
Diesen Zug hatte ich im Plan, wollte jedoch erstmal durch das Lavieren Zeit gewinnen (schwarz konnte ja nur abwarten). So verbrauchte der Tiger wichtige Zeit, während ich recht flott 25 Züge lang gezogen habe. Programme erkennen nur bedingt, wann es heisst, schneller zu ziehen und wann langsamer. Der Mensch hat diesen Vorteil auf seiner Seite! 56...gxf5 57.Lf4 Tdc6 58.g6 fxg6 59.Txe6 Txe6 60.Txe6 Kf7 61.Tb6 Td7 62.Le5 Lc8 63.Tc6 Td5 64.Kf4 Ld7 65.Ta6 Lc8 66.Ta7+ Td7 67.Txa5 der Tiger muss schneller ziehen, und hat nun einen Bauern weniger. 67...Td5 68.Tb5 La6 69.Tb6 Lc8 70.a5 Td7 71.Tc6 Lb7 72.Txc5 La6 73.Tc6 Lb7 74.Tb6 Lc8 75.Txb4 weitere Bauern fallen! Das Spiel ist entschieden. Der Rest ist einfache Technik. 75...Ta7 76.Tb8 Le6 77.Lxd4 Txa5 78.Tb7+ Kg8 79.b4 Ta6 80.Ta7 Txa7 81.Lxa7 Kf7 82.Ke5 f4 83.c4 g5 84.hxg5 Ld7 85.Kxf4 h4 86.b5 h3 87.Kg3 Kg6 88.b6 Lc8 89.d4 h2 90.Kxh2 Lb7 91.d5 Kf7 92.Kg3 La8 93.Kf4 Lb7 94.Ke5 La6 95.c5 Kg6 96.c6 Ld3 97.b7 Kxg5 98.b8D Lg6 1–0 

Lieber Leser, ich hoffe nun ihnen einige Impulse vermittelt zu haben wie Sie im Sizilianer gegen die PC-Programme bestehen können. Durch Übung werden Sie Erfolg haben! 

Eduard Nemeth, 12.07.2002

Mise en page par Patrick Buchmann